Eine Reise nach Abu Dhabi: !!! Eine Reise zum buchen !!!
Die sicherste Stadt der Welt
Ausflug nach Abu Dhabai
Thomas ist stolz. Seit zwei Jahren lebt er in Abu Dhabi, unserem heutigen Zielort, und fühlt sich „wohl wie nie in meinem Leben“. Dazu berichtet er: „Abu Dhabi ist die sicherste Stadt der Welt. Denn wer sich hier einer Straftat schuldig macht, erlebt genau drei Dinge:
1. Geldbuße
2. Gefängnis
3. Abflug ohne Rückkehr. Straftäter haben auf Lebenszeit ihr Aufenthaltsrecht verwirkt.
Das Ergebnis lässt sich sehen: Die Zahl der Straftaten geht gegen Null.
Meine Holde und ich sitzen mit 30 anderen Personen im Bus, als er das erzählt. Thomas ist Reiseleiter für den von uns gebuchten Ausflug „Abu Dhabi in 4 1/2“ Stunden!“.
Ich denke spontan an die Heimat: Eine solch kompromisslose Vorgehensweise würde bei uns diverse Menschenrechtsgruppen auf den Plan rufen. „Man kann doch nicht einfach einen Menschen, der andere ausraubt, niederschlägt, vergewaltigt oder erpresst ausweisen. Das ist doch unmenschlich“. Wieso habe ich trotzdem spontan das Gefühl, dass mir klare Spielregeln da definitiv besser gefallen?
Abu Dhabi ragt – im wahrsten Sinne des Wortes – heraus. Nicht nur durch das teuerste Hotel aller Zeiten (Emirates Palace) sondern auch durch seine Wolkenkratzer, die sich kühn gen Himmel strecken. „Abu Dhabi gilt als das Manhattan des Nahen Ostens“ erklärt Thomas und verkündet, dass wir nun die staatliche Kunstgalerie besichtigen, wo er uns sein Lieblingsbild zeigen wird. „Da würde ich mir sofort ins Schlafzimmer hängen, wenn es nur verkäuflich wäre“, seufzt Thomas dabei, und sofort ist die ganze Reisegruppe neugierig, was Thomas im Schlafzimmer haben möchte.
Als meine Holde und ich schließlich ehrfürchtig vor dem Bild stehen – eine rote Frau in roter Kleidung mit rotem Schleier vor rotem Hintergrund – machen wir uns etwas Sorgen um Thomas. Doch höflich wie wir sind, verschlucken wir unsere Kommentare und versuchen den Rest des Tages das Bild von Thomas Schlafzimmer aus dem Kopf zu bekommen, das sich vor unserem inneren Auge aufgetan hat.
Von der staatlichen Kunstgalerie geht es weiter zur „Heritage Village“ eine eigens für Touristen aufgestellte Kleinstadt, in der gezeigt wird, wie Abu Dhabi mal war und noch wäre, wenn es jetzt nicht so wäre, wie es jetzt ist. Sogar ein Quotenkamel ist anwesend und eine Dame aus unserer Gruppe darf einmal auf das lebende Wüstenschiff aufsteigen. Sowohl sie als auch das Kamel überleben die Runde im eigens angekarrten Wüstensand schadlos. Allerdings riecht die Dame jetzt etwas streng. Falls sie, wenn sie am Nachmittag auf ihre Liege am Pool zurückkehrt, vorher die Kleidung nicht wechselt, wird in den kommenden Tag ihre Liege einen natürlichen Geruchsschutz vor Fremdbelebung besitzen.
Nachdem wir noch „die älteste Klimaanlage der Welt“ erklärt bekommen haben (an einigen an einem Turm hängende Tücher, in denen sich der Wind verfängt), und von Thomas den Hinweis bekommen, dass er jetzt Kaffee trinken geht und wir 20 Minuten frei bekommen, beschließen auch meine Holde und ich, ein Tässchen Kaffee zu trinken. „Do you accept Euro“, frage ich die Bedienung. Und siehe da – in Abu Dhabi, der Stadt, in der „Menschen aus 102 Nationen leben“, werden Euros akzeptiert.
Der nächste Programmpunkt stellt – aus Sicht meiner Holden sowieso – einen Höhepunkt der ganzen Reise dar: Shopping.
In einem riesigen Einkaufszentrum mit gefühlt 220 Schuhgeschäften verbringen wir die nächsten Stunden – auch wenn die Ausbeute aus schuhtechnischer Sicht mager ist. Nicht ein einziges Paar kauft meine Holde. Aber immerhin: Ein Kleid hat es ihr angetan – und das wird als Souvenir mitgenommen – nachdem wir hin- und her gerechnet haben, wie viel Euro denn 120 Dirham sind. (Man muss durch 5 teilen - woran sie erkennen können, dass meine Holde eine sparsame Frau ist).
Doch einen Haken hat die Sache:
Über das Shoppen verpassen wir die Bastelstunde „Wir bemalen Fächer“ und auch die Bauchübungen finden ohne uns statt. Was für ein Glück … dass es morgen auch noch ein Programm gibt: „Aquarell malen“ und „Übungen für einen schönen Po!“. Das machen wir bestimmt!
Und ganz ehrlich: Dass wir heute das Basteln und die Übungen verpasst haben – es ist nicht schlimm. So viel Kultur an einem Tag macht ganz schön müde. Und wehe, es liegt jetzt einer auf unserer Liege!
G. Stein "Steins Blog" von 7.Mai 2010
Marina Denisenko Телекомпания "Планета 5 звезд".
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