Einige meinen, dass ich ein Engel bin, so wenn ich höre: „ich wünsche…“ springe ich sofort ein und unbewusst überlege wie kann ich das erledigen…
Meine Web-Seiten sind voll mit Musik ausgestattet, natürlich viele Titeln absolut auf mein Geschmack geschnitten und mag sein es kommt wunderlich wenn neben E-Musik plötzlich und unerwartet Ramstein auftaucht. Für mich Musik ist Art Gericht: in einem Lokal bestellen wir oft Menu zusammengestellt aus Vorspeise, Hauptgericht und irgendwann kommt noch Nachtisch und noch nach eine Weile bittere Kaffe oder Mocca… ganz klein aber so stark damit Mensch nicht gleich untertisch fehlt von schwer Ladung und einschläft… da zu viel Essen bekanntlich neigt zum Träumen… und vielleicht sucht einen Weg zum Klo… Aber wir suchen immer neu Lokale um neue Gerichte auszuprobieren ob bei Italiener oder Türke oder Grieche…
So meine Musiksammlung entsteht zwar nach Themen und von Inhalt des Texten… aber Problem liegt das ich zu sehr Klang schätze, so nähme ich gerne auch unbekannte Texten von unbekannte für mich Sprachen, nur alleine wegen den Klang… Ich versuche natürlich so wie es geht den Text mit Musik in einem Klang zu halten… und so entsteht die Sammlung vielleicht aus unbekannten Sachen oder doch zu sehr bekannten aber längst vergessenen Videos…
Wozu Ramstein? Ramstein dafür da um zu wirken wie Tasse Mocca… um mein Zuhörer wach zu halten…
Aber neulich kommt mir per E-Mail folgende bitte:
Von einem Chefredakteur… Herr Stein. Lesen Sie selber. Erst danach überlege ich wie den Wünsch erfüllen kann oder vielleicht so was nicht zu erfüllen?
„Ich wünsche mir ein Wunschkonzert
Es war klar. Es musste so kommen. Eine ausweglose Situation. Alle Versuche, meiner Holden diese Aufgabe aufzudrücken, hatten nichts gefruchtet. Kein: „Ach Schatz, ich habe so viel zu tun. Kannst du nicht für mich da anrufen und das schnell erledigen?“, kein: „Du, wenn ich heute früher fertig bin, können wir vielleicht noch ausgehen“, kein: „Wir haben auch lange nicht mehr die Zeit für einen schönen Fernsehabend gefunden“ hatten ihr Herz erweichen können. Frauen können so grausam sein … so ganz anders als wir Männer, wir, von Geburt an mit Kavaliersgenen ausgestatteten Helfer in der Not, Retter der Seele und Beschützer der Familie, die sofort springen, wenn die Frau an unserer Seite einen klitzekleinen Wunsch hat …
Gut, manchmal bedarf es eines gewissen Nachdrucks, damit sich dieser Wunsch auch Gehör verschafft…Aber dann springen wir zumindest…oder stehen zumindest schon einmal auf…oder überlegen es zu tun…Aber gut, das ist eine andere Geschichte…
Nachdem mir also nun klar war, dass die Lage hoffnungslos und Rettung nicht in Sicht war, blieb nur noch die Kapitulation. Seufzend griff ich zum Telefonhörer, nicht ohne mich vorher mit einigen Schnittchen, zwei Tassen Kaffee und einem Stapel Zeitschriften versorgt zu haben…
Was ist geschehen?
Am Wochenende habe ich mir den neuen ALDI-PC gekauft. Das an sich ist nichts Schlimmes. Er sieht auch schön aus. Dummerweise zeigt sein Bildschirm auf der linken Seite hässliche Flecken. Da sich ALDI grundsätzlich für solche Reklamationen nicht zuständig fühlt, bleibt nur der Anruf bei der Service-Hotline. Genau damit fangen die Probleme aber an…
Service-Hotlines sind die Folterinstrumente der Heute-Zeit. Das wurde mir spätestens klar, als ich vor rund einem Jahr ein Unternehmen besuchte, das solche Service-Hotlines betreibt. Ich wurde durch einen großen Raum voller Telefonarbeitsplätze geführt, 40 an der Zahl. 15 waren mit „Agents“ besetzt.
Fasziniert betrachtete ich die digitale Anzeige an der Wand. Sie zeigte den Stand der Dinge:
Incoming Calls: 7
Connected Calls: 7 (was in aller Welt treiben denn die anderen 8 Service-Mitarbeiter?)
wait loop (also Warteschleife): 34
Auch die Agents schauten gebannt auf diese Zahl. „Mal gucken, wann es 40 sind.“, rief einer. „In 12 Sekunden. 5 Euro drauf.“ „Nein, in 30. 5 Euro dagegen …“
Ich verstand sofort: Auf diese Weise verdienen sich die Mitarbeiter ein ordentliches Zubrot. Es soll ihnen auch gegönnt sein. Solange ICH nicht derjenige bin, der an Nummer 40 hängt…
Doch kaum habe ich die Service-Hotline gewählt, wird mir klar: Heute bin ich Nummer 70. Mindestens. Denn das Verbindungssignal ist kaum ertönt, da klackert und rattert es schon in der Leitung, was signalisiert, dass ich umgeleitet werde. Prompt meldet sich eine extrem gut gelaunte weibliche Stimme vom Band und erklärt mir:
„Hallo. Schön, dass Sie anrufen. Ein Hinweis vorweg. Zur Qualitätskontrolle werden unsere Gespräche aufgezeichnet. Sollten Sie dies nicht wünschen, sagen Sie das bitte unserem Service-Mitarbeiter. Klack. Klack. Im Moment sind alle Mitarbeiter im Gespräch. Doch Ihr Anruf wird schon signalisiert (wahrscheinlich werden jetzt im Call-Center die nächsten 5 Euro Wettschulden fällig). Haben Sie bitte noch ein kleines bisschen Geduld. Sie werden mit dem nächsten freien Mitarbeiter verbunden.“
Das ist die Stelle, wo es spannend wird. Denn jetzt beginnt die Musik. Und an der Auswahl der Musiktitel erkennen Sie – so meine in diversen Warteschleifen-Stunden entstandene Theorie –, ob der Call-Center-Betreiber ein Mensch mit Humor oder ein Zankapfel ist oder sich einen Dreck um seine Kunden in der Warteschleife schert.
Hören Sie – nur gelegentlich unterbrochen von der fröhlichen Frauenstimme, die Ihnen versichert, dass Sie nun ganz, ganz wirklich der Nächste sind –, zum Beispiel „I just call to say I love you“, handelt es sich zweifelsohne um ein Call-Center mit ängstlichen Mitarbeitern, die im Vorfeld schon mal für friedfertige Kunden sorgen möchten.
Hören Sie dagegen „Time to say Goodbye“ oder „Let’s just kiss to say goodbye“ können Sie sich mit einiger Gewissheit darauf verlassen, dass es auf einen Machtkampf hinausläuft, wer die besseren Nerven hat: Sie beim In-der-Leitung-Bleiben – oder die Call-Center-Mitarbeiter, die sich auch von einer wild blinkenden „Wait-loop-Anzeige“ nicht aus der Ruhe bringen lassen.
Ein kleiner Tipp am Rande:
Wenn Sie bei der Microsoft-Hotline anrufen, lassen Sie sich nicht auf dieses Spiel ein. Sie können nur verlieren. Es soll schon Windows-Vista-Benutzer gegeben haben, die mit einem am Ohr festgewachsenen Telefon beerdigt wurden, nachdem sie, in der
Warteschleife hängend, am PC verdurstet sind.
Wie auch immer. Ob mein Call-Center, mit dem ich die Ehre habe, gerade verbunden zu sein, Humor besitzt, habe ich noch nicht ganz herausgefunden.
Die Pet Shop Boys singen „Being boring“, langweilig sein. Ich bin nicht wirklich davon überzeugt, ob das Call-Center damit sich selbst meint oder die Anrufer, die immer dieselben langweiligen Fragen stellen. (Wobei: Wenn die Kunden immer dieselben langweiligen Fragen stellen – warum wird das Problem, das diese Fragen auslöst, denn nicht ein für alle Mal gelöst? Das ist die vermutlich größte unbeantwortete Frage der Neuzeit …)
Nachdem die Pet Shop Boys fertig sind, stelle ich besorgt fest, dass sich der Berg Schnittchen auf meinem Schreibtisch bedenklich dem Ende zuneigt. Auch der Kaffee ist leer. Derweil versichert mir die Dame vom Band am Telefon – sie ist immer noch extrem gut gelaunt –, dass ich ganz ehrlich der Nächste bin, der mit einem der freundlichen Service-Mitarbeiter verbunden wird, die nur darauf warten, mir behilflich sein zu können.
Derweil singen AC/DC „Highway to Hell“. Eine treffende Beschreibung meines sich langsam neu einstellenden Gemütszustandes, zumal ich das härter werdende Musikprogramm als Hinweis darauf verstehe, dass damit vom Call-Center ein Einschlafen des Menschen am anderen Ende der Leitung verhindert werden soll, bis ich schließlich doch noch zu einem der „freundlichen Service-Mitarbeiter“ durchgestellt werde.
Da auch meine Zeitschriften ausgelesen sind, hangele ich mich ans Bücherregal und beginne mit Hape Kerkelings „Ich bin dann mal weg“, seinem Tagebuch als Pilger auf dem Jakobsweg. „Ich bin dann mal weg“, würde ich auch gerne sagen. Aber ich kann nicht. Ich bin an die Service-Hotline gekettet. Und die lässt sich weiterhin Zeit.
Um mich dennoch bei Laune zu halten, versichert mir die immer noch gut gelaunte Dame vom Band, dass ich wirklich gleich dran bin und die freundlichen Service-Mitarbeiter gar nicht mehr anders können, als sich jetzt auf mich zu freuen. Hape Kerkeling und ich sind derweil auf der vierten Station seines Pilgerzugs angekommen. Die Schnittchen sind alle. Die Nacht hat sich über die Stadt gesenkt. Aus der Warteschleife tönt Xavier Naidoo: „Abschied nehmen“.
Um nicht gänzlich mutlos zu werden, beschließe ich, das nicht als persönliche Aufforderung des Call-Centers zu sehen, meine Entscheidung, mit einem der freundlichen Service-Mitarbeiter sprechen zu wollen, noch mal zu überdenken. Ich bleibe aber hartnäckig dran. Und werde belohnt. Die Band-Dame ist zuversichtlich, dass ich nun wirklich, wirklich, wirklich dran bin!
Die aufkeimende Hoffnung erleidet allerdings einen Dämpfer. Denn gleich darauf ertönt das Lied „The Final Countdown“ …
Und dann habe ich sie! Die goldene Idee für alle in Warteschleifen geparkten Menschen auf dieser Welt. Nie wieder wird es langweilig sein zu warten ... nie wieder wird nach kaum einer Stunde des Wartens die Stimmung darniederliegen … nie mehr wird ein Mensch böse und übelgelaunt einen Service-Agent anraunzen, weil ihm die Wartezeit zu lang vorkam …
nie mehr werden Ungeduld und Zwietracht herrschen. Wenn …
ja wenn sich jeder, der in der Warteschleife steckt, seine persönlichen Lieblingslieder wünschen könnte. Seine eigene, individuelle Hitparade.
Und auch die freundlichen Service-Agents könnten sich viel besser auf ihre Gesprächspartner einstellen.
Läuft im Warteschleifenwunschkonzert ausschließlich türkische Musik – zack, geht das Gespräch automatisch zum türkisch sprechenden Mitarbeiter.
Laufen Freddy Quinn und RogerWhittaker – zack, landet es beim Mitarbeiter für besonders harte Fälle.
Laufen die Charts rauf und runter, zack, bekommt ein jugendlicher Mitarbeiter das Gespräch.
Läuft eine Oper – zack, wird das Gespräch automatisch immer wieder hintendran gestellt.
Läuft Rammstein – zack, bleibt der Anrufer in der Warteschleife.
Auch auf die Musikindustrie warten völlig neue Chancen. Viva kann eine neue Sendung rausbringen. „Most-Wanted-Warteschleifen-Songs“. Mit CD. RTL produziert eine neue Folge der absoluten Super-Hits. Diesmal: „Giganten der Warteschleife …“
Chancen über Chancen … Geschäftsideen über Geschäftsideen. Auf was für großartige Ideen man nicht alles kommt, wenn man endlich einmal Zeit und Muße hat … Gefangen in der Warteschleife.
Ach, Sie möchten wissen, wie mein Warteschleifenabenteuer ausgegangen ist? Sag ich nicht. Oder doch. Ich hab mich verwählt. Es war die falsche Service-Hotline. Morgen probiere ich es wieder … Und vielleicht macht mich die nächste Idee zum Millionär.“
Kann Mensch mit eine Geschäftsidee „“Wunschkonzert“ während Anruf bei Call Center Millionär werden? Es geht natürlich nicht um technische Seite… da Übertragungsqualität von Callsystem zur Zeit nicht die beste…
Was anders, viele Menschen gar nicht wissen was sie hören wollen… Wenn das alles so einfach wäre, dann brauchen wir auch kein Fernsehen… Es hätte gereicht paar Knopfdrücke und Programm auf 24 Stunden wäre mit Wunschkonzerten gefüllt… Aber über Internet so was schon längst möglich… kaufen, laden und hören eben nach Wunsch…
Oder nicht kaufen, laden und hören… vielleicht doch nicht nach Wunsch wer weiß dann Wunsch erst kommt es zu hören.
Problem aber kaufen oder nicht kaufen… wir ersetzen unsere Wünsche mit Flate Rate, natürlich ärgerlich wenn was nicht funktioniert… dann nutzen die Lage Callcenter angeblich Dienstleister… leider nicht immer für Kunde da, sondern für einige Zwecke wie Werbung und Produkt zu verkaufen aber nie für Reklamationen zuständig zu sein.
Wie wird Mensch aber Millionär? Und noch in Deutschland wo vielleicht Steuer wie Vermögens, Erbschaft, Reichtum und andere Arten Steuer die wachen dafür das Mensch ja nie Millionär wird… auch Millionär im Fernsehen bei Jauch… das will ich aber gar nicht ansprechen… Das ist andere Thema: Dummheitsteuer und GEZ-Gebühren und und und…
Ich liebe eine Anekdote zu Thema kaufen und verkaufen:
Sara trifft Freund in NewYork… „ O du bist Millionär!!! Wie kam es dazu? Du hast auf dem Bazar nur alte Büche verkauft und doch dein Traum erfüllt, wer konnte so was denken… Buchverkäufer…“
"Naja ich habe 1 Buch gekauft und die dreifach verkauft, für dieses Geld habe ich 3 Büche gekauft und nächsten Mal schon 9 Büche verkauft … und das ging weiter bis ich nicht wusste wie viel Bücher verkaufte. Aber ein Tag starb meine Tante Rosenstein und so wurde ich Millionär…“
So ist das Leben sehr ungerecht… Schaffen, schaffen und nicht haben bis ein Tag vielleicht doch Glück kommt vorbei und aber Mensch nie mehr jung und was soll er dann mit Million wenn bald zu Grab getragen wird: - Wunschkonzert vorbereiten… Soweit muss es nicht kommen auch ohne Wunschkonzert geht es uns ziemlich gut. Wie war es im Song von Xavier Naidoo „Eigentlich geht es uns gut“?